Monday, August 21, 2006

Top Ten vom Dienstag, den 12. September 2006

John Murphy - Hava Nagila
Hier hätten wir einen ziemlich bekannten Filmkomponisten namens John Murphy, der sich dem jiddischen "Hava Nagila"-Thema angenommen hat.
Anfangs irgendwie russischen Ursprung vermutend merkt der aufmerksame Hörer bald, dass es sich um Klezmer-Musik handelt. Und was für welche! Wie ein griechischer Tanz fängt das Lied an wild zu werden und immer schneller, im Geiste sieht man furchtbar brave Leute in Ringelreihen durch die Pampas hüpfen, während befriedigt lächelnd drei weisse Vollbärte, in denen man die zugekniffenen Augen nicht zu erkennen vermag, mit Gitarren und Klarinetten das Lied aufs Finale bugsieren. Mitreißend!

Madonna - Lucky Star
Ich habe die 80er eigentlich gehasst. Die Mode - ein Witz. Die Frisuren: Zum Abfackeln. Die Kassengestelle! Zum Davonrennen! Und dann kommt Frau Madonna daher und trällert den Soundtrack zu dieser furchtbaren Ära des schlechten Geschmacks in deine verblüfft-verängstigten Ohren. Aber irgendwie will man sich ein Halstuch umbinden, die pinke Leggings bis zum Anschlag in die Kimme ziehn und im "Westside" den Achtziger Männerminimaltanz aufs Parkett schleudern. "Lucky Star" wird entschädigt durch die naiv-lustigen Eletro-Dance-Einflüsse. Achja - Retro-Bonus! Abhotten, Leute!

The Herbaliser - Sensual Woman
Saugechillt, dieser Panflötensound. So ein Panflötensound, wie er nur in absolut hippen In-Bistros gespielt wird. Die weibliche, wohltuende Stimme ist der Hammer und redet die ganze Zeit über Sex. Das ist neben dem Chill-Groove, der leicht an Cdm erinnert, mit das beste am Lied. Seeeehr relaxt und nicht direkt jugendfrei.

The Stranglers - Golden Brown
Ein absolut zeitloses Lied, dieses 'Golden Brown'. Wie viele Lieder in dieser Liste aus dem Snatch-Soundtrack, ist den Stranglers hier ein richtig gutes Lied gelungen. Der 4/4 Takt ist zwar einer, Walzer wird man trotzdem nicht drauf tanzen können, weil sich nach jedem Taktende ein kleiner Zeittropfen zusätzlich reinsetzt und den Beat kurz rumwürgt um ihn auf die nächste Bahn zu bringen. Klingt kompliziert, hört sich jedoch sehr einfach. Ich liebe dieses Lied!

K-Os - Love Song
Ein schon etwas älteres Hiphop-Stück, welches durch seine Gechilltheit und den lässigen Beat voll überzeugt. Kopfnicker!

Peaches - I U She
Premiere! Noch nie hat es ein Lied allein durch den Bass in diese Liste geschafft. Peaches, diese bekloppte UK-Rapperin, hat es geschafft. Mit dem minimalistischen Text und dem aufklärenden Refrain hat sie zwar keinen Meilenstein der Musikgeschichte geschaffen, wohl aber die perfekte Electrobeat-Grundlage für jeden dicken Subwoofer.

The Specials - Ghost Town
Sehr gechillter Ragga-Dancetune, mit Bläsern und Geistergeheule verfeinert.

Orson - No tomorrow
Läuft zwar im Radio rauf und runter, verdient aber trotzdem eine Erwähnung! Mit ihrer Debüt-Single haben Orson den Puls der Zeit getroffen und reihen sich ein in die Mischung aus Kooks, Killers, Subways und einem Schuss Weezer. Der Refrain geht richtig ab. Macht Spaß!

Snoop Dogg - From da chuuch to da place
Eins der besten von Snoopy Dee ´O´ Double Jizzle ever! Allein das Intro verdient einen Grammy, weil Kult geworden. Snoop rappt noch pimpiger als sonst und insgesamt klingt das Lied dank bombigen Refrain und der Bassline sehr stimmig.

Prodigy vs. Enya - Smack my Enya
Wer die Mixe aus MTV Mash! noch nicht kennt, dem sei diese Kostprobe (eine der besten Mixe wie ich finde) sehr ans Herz gelegt. Enyas sanfte Engelsstimme aus "Orinoco Flow" wird mit "Smack my Bitch up" von den Prodigy-Jungs zusammengelegt. Vergesst beide Lieder, der Remix ist die Superlatie aus beidem. Das Video dazu gibt es hier.

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